Forum zu neuen Wegen in der Außenwirtschaftsförderung
Berlin, 07.09.2010
In Berlin nahm am Wirtschaftstag der 9. Botschafterkonferenz des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de/aussenwirtschaft), Werderscher Markt 1, im “Weltsaal” Konsul Günter Marten, Vorsitzender des Beirates der acadConsult GmbH&Co. KG (www.acadconsult.de) und Wirtschaftsbotschafter Mecklenburg-Vorpommern (www.invest-in-mv.de) teil. Dieses Treffen der Leiterinnen und Leiter der deutschen Auslandsvertretungen wurde im Jahre 2000 vom damaligen Bundesminister des Auswärtigen Joseph Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) nach französischem Vorbild ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Veranstaltung findet auch immer der Wirtschaftstag statt, an dem dieses Mal mehr als 1000 Repräsentanten deutscher Unternehmen mit den Leitern und Mitarbeitern der Auslandsvertretungen zusammentrafen.
Zur Eröffnung des Wirtschaftstages kommt der Hausherr und Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler Dr. Guido Westerwelle (FDP) mit seinem Parteifreund und Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Rainer Brüderle (FDP) in den Saal und verbindet damit eine Botschaft an die Teilnehmer der 9. Botschafterkonferenz, dass es sein “persönliches Anliegen” ist, dass auch Außenpolitik einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke Deutschlands leisten kann. In anderen Ländern ist das längst normal und “so muss das auch in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein”, sagt Westerwelle und beklagt, dass es in Deutschland immer noch “verdächtig” sei, wenn die Außenpolitik der hiesigen Wirtschaft die Türen zur Welt öffnen wolle: “Deshalb ist die Politik nicht der Büttel der Wirtschaft!”. Deutschlands Stärke und Ansehen hingen nicht von seiner militärischen Macht, sondern von seinem wirtschaftlichen Erfolg ab und den Diplomaten gibt er Optimismus mit auf die Reise: “Der Wirtschaftstag findet statt in einem Umfeld, in dem sich Deutschland augenscheinlich erholt”. In seiner außenpolitischen Grundsatzrede spricht Westerwelle über die Schwerpunkte Globalisierung, Abrüstung, NATO-Strategie, Afghanistan und Naher Osten.

Wirtschaftsminister Brüderle, bekannt als Freund der offenen Aussprache, spricht von einem “Aufschwung XL” und knöpft sich ohne diplomatische Zurückhaltung die Griechen vor: “Es geht nicht, dass wir die Rente mit 67 haben und andere mit 52 nach Hause gehen”. Seine französische Kollegin Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde, die er zuvor als eine “besonders geschätzte Kollegin” bezeichnete, erinnerte er an ihre freundliche Aufforderung, Deutschland möge doch “weniger exportieren und mehr konsumieren”, und gibt ihr mit auf den Weg: “Weniger schaffe, mehr ausgebe – das ist ja schön. Das funktioniert nicht”. Es könne doch nicht sein, dem 100-Meter-Läufer Blei in die Schuhe zu stecken, “damit die lahme Ente nach vorne kommt” – es blieb offen, ob er mit “lahme Ente” Griechenland oder Frankreich meinte. Seine Antwort: “Wir sind die Lokomotive Europas. Unsere Stärke hilft auch anderen!”.

Wirtschaftsminister Brüderle warnte vor dem Fachkräftemangel in Deutschland und plädierte dafür, ohne “ideologische Scheuklappen offen und ehrlich” über Zuwanderung zu diskutieren und mahnte, dass Deutschland nicht den freien Zugang zu Rohstoffen verlieren dürfe und geißelt Protektionismus. “Die Welt ist im Umbruch”, sagte Brüderle und Staaten wie Brasilien oder die Türkei, die in der jüngeren Vergangenheit wirtschaftlich enorm aufgeholt hätten, wollten nun auch “politisch ein Wort mitreden”. Seine Rede beendete er mit den Worten: “Dankeschön für die tägliche Arbeit draußen an der wirtschaftlichen Front!”.
Der Präsident des Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen e.V. (BGA) Anton F. Börner unterbreitete für die Wirtschaft das Angebot, dass auch die Unternehmen mit ihren vielen tausend Vertretern weltweit “einen Beitrag zur Krisenprävention” leisten könnten. Anschließend fanden parallele Regionalforen zu Außenwirtschaftsthemen in “Lateinamerika und der Karibik”, “Asien” sowie “Russland und seine Nachbarn” statt.
In der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, Französische Straße 33 a-c fand eine Präsentation der Bewerbung der Landeshauptstadt München mit der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener Land für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 durch die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt (45) und Willy Bogner (68), Chef der Münchner Olympia-Bewerbung im Beisein der in Berlin akkreditierten internationalen Botschafter. Die Präsentation des Rahmenplans, laut dem das Projekt rund 3 Mrd. Euro kosten soll, wird als Durchbruch für den Endspurt bis zur endgültigen Entscheidung am 6. Juli 2011 in Durban/Südafrika gefeiert – im Glanz der fünf Ringe, denn als Candidate City darf die Münchner Olympia-Bewerbung die fünf Olympischen Ringe als Logo führen – besonders schön zu sehen auf der Homepage www.muenchen2018.org.
Konsul Günter Marten, die ehemalige Eiskunstläuferin, Europa- und Weltmeisterin und Olympiasiegerin von 1984 und 1988 Katarina Witt und Lisa Marten (v.r.n.l.).